1307 - Gründung Rutenbergs
1309 - Heinrich zu Meckl.-Stargard verkauft das Dorf Rutenberg zusammen mit den Einkünften aus der Mühle "Hemelrikesse mölne" an das Kloster Himmelpfort.
1541 - 1727 Rutenberg gehört zum Haus Himmelpfort.
1542 - Das Dorf mit sämtlichen Gütern, darunter auch Rutenberg, wurde dem Hans von Arnim auf Boytzenburg als Pfand überlassen.
1551 - Rutenberg geht in den Besitz des von Trott zu Badingen über, anfangs amtmannweise, ab 1557 lehnsrechtlich.
1618 - 1648 Im 30jährigen Krieg wurde Rutenberg meistenteils verwüstet und was an Menschen übrig geblieben ist, wurde von der Pest aufgerieben.
1727 - Nach dem Aussterben derer von Trotte fielen die Lehnsgüter an den Lehnherren, den preußischen König Friedrich Wilhelm I. zurück. Sämtliche Ortschaften, welche dem Kloster gehört hatten, wurden mit dem Amt Badingen vereinigt. Rutenberg wird königliches Domänendorf (königliches Amtsdorf) und gehört bis 1815 zum Amt Badingen.
1727 - Eine amtliche Bestandsaufnahme von Rutenberg wurde angefertigt. Es wohnten in Rutenberg: 1 Lehnschulze, 4 Vollbauern, 3 Halbbauern, 2 Kossäten und 3 Hausleute sowie 1 Pfarrer.
1728 - Neuvermessung der Feldmark Rutenberg und Neuverteilung. Die Feldmark Rutenbergs umfasste 2.855 Morgen (á 400 Q.R.) und 56 Quadratruten. Es erfolgte eine Gleichmachung der Untertanen an Hufenbesitz; bis auf einen Kossäten, hatte Rutenberg nunmehr 11 gleichgestellte Amtsbauern.
1728 - 1737 Das Amt Badingen wird an den Amtsrat Reichau zu Zehdenick verpachtet. Die Rutenberger Untertanen beschweren sich über den Amtmann Reichau und die Leistungen und Dienste, die ihnen abverlangt werden. Sie wenden sich in bewegenden Worten am 20.6.1731 an den König selbst.
1737 - 1743 Es wird ein neuer Pachtvertrag mit dem Amtmann Albinius auf 6 Jahre geschlossen. Mit Beginn der neuen Pachtperiode werden auch die Dienste, Pflichten und Rechte der Untertanen neu geregelt.
1808 - Das bisherige Untertänigkeitsverhältnis auf den Gütern wurde aufgehoben, und vom 1. Juli 1808 waren die Amtsbauern von Rutenberg von der Erbuntertänigkeit los und freie Leute auf freier Scholle.
1815 - Rutenberg gehört bis zum Jahre 1872 zum Amt Zehdenick.
1854 - Plan des Lehnschulzen zu Rutenberg zum Bau einer Ziegelei.
1865 - Der letzte Besitzer Sulzer verkauft die ganze Besitzung an den Domänenfiskus.
1873 - Anlage eines 2. Ziegelbrennofens in Rutenberg durch den Ziegeleibesitzer Foth.
1948 - 999 ha Land wurden enteignet; davon wurden aufgeteilt: 237 ha an 17 landlose Bauern und Landarbeiter, 67 ha an 5 landarme Bauern, 124 ha an 9 Umsiedler, 14 ha an 1 Kleinpächter, 365 ha an landeseigene Anlage und 185 ha Fischwirtschaft.
1952 - 1. LPG, Typ I, seit 1954 Typ III, 1958 mit 46 Mitgliedern und 427 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, zum 1.1.1960 mit LPG Retzow zur LPG Retzow-Rutenberg zusammengeschlossen.
1960 - 1 LPG Typ III mit 127 Mitgliedern und 116 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, 1 LPG Typ I mit 14 Mitgliedern und 116 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, 1968 LPG Typ I in Retzow und in Rutenberg an die LPG Typ III angeschlossen.
1976 - Anschluss der LPG Retzow-Rutenberg an die LPG in Beenz.
1975 - Testarbeiten zur Feststellung des Kiesgehaltes im Bereich Rutenberg-Eichhof
1989 - Ende der DDR - Wiedervereinigung Deutschlands
1993 - aus anfänglich 9,7 ha angestrebter Abbaufläche werden durch die Vergabe des Bergrechtes durch die Treuhandanstalt an ein Kiesunternehmen 86.8 ha (zzgl. ca. 72 ha sogenannter Aufsuchungsflächen insgesamt ca. 160 ha ! ). Damit besteht eine Existenzgefährdung für das Dorf Rutenberg und die Stadt Lychen als vorwiegend vom Tourismus abhängige Region.
1994 - Beginn intensiver Bürgerproteste gegen den Kiesabbau
1995 - Der damalige Umweltminister Mathias Platzeck besucht Rutenberg, um sich über den vorgesehenen Kiesabbau vor Ort zu informieren
1996 - Gründung des Vereins Kiesprotest auf Betreiben von Peter Schenkel unter Vorsitz von Wolfgang Rönnebeck
1997 - Ausdehnung einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit gegen Kiesabbau mit Bernd Gaal, viele Presse-, Rundfunk- und Fernsehauftritte informieren über den drohenden Kiesabbau
1998 - Der Verein Kiesprotest organisiert ab hier als jährlichen Rutenberger Höhepunkt das Osterfeuer am Großen Kronsee mit jeweils bis ca. 1000 Besuchern
1998 - In einer spektakulären Aktion lassen Kinder und Jugendliche aus der Lychener Region 500 Ballons im Zentrum des vorgesehenen Kiesabbaus Rutenberg-Eichhof steigen
1998 - Das Raumordnungsverfahren endet mit über 7000 (!) Einwendungen und entscheidet sich gegen Kiesabbau zugunsten touristischer Nutzung der Region
2002 - Im Rahmen der Zwangseingemeindung im Land Brandenburg wird Rutenberg Ortsteil von Lychen mit Wolfgang Rönnebeck als OrtsteilBürgermeister. Der Verein Kiesprotest bemüht sich verstärkt um regionale Entwicklung und setzt sich im Interesse der Dorfbewohner dafür ein, unter der städtisch orientierten Lychener Führung die dörflichen Besonderheiten zu erhalten und zu berücksichtigen.
2003 - Der Uckermürkische Radrundweg wird durch nachhaltige Intervention des Vereins Kiesprotest in der Rutenberger Gemarkung auf wesentlichen Teilstrecken so gestaltet, dass Radfahrer sicher vor Kraftfahrzeugen durch unsere herrliche Landschaft fahren können.
2005 - Die Rutenberger setzen sich -vereint mit vielen Lychenern und Touristen- für den Erhalt/die originalgetreue Wiederherstellung der historischen Pflasterstraße zwischen Lychen und Rutenberg ("Rutenberger Damm") ein. Die vorgesehene Asphaltierung würde unwiederbringlich die touristische Attraktivität der Strecke zerstören und ist wegen sonst vorhandener Straßen nicht erforderlich.
>Eine Fortführung ist in Arbeit. für Hinweise und Korrekturen sind wir dankbar.